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1. Hintergrund der Studie

Übelkeit und Erbrechen ist für bis zu 90 Prozent aller Frauen ein Begleiter durch die Wochen vier bis 16 – rund drei Monate – ihrer Schwangerschaft(1, 2, 3). So mancher Schwangeren ist sogar bis zur Geburt übel. Ärzte verabreichen in dieser Zeit besonders ungern Medikamente, um dem ungeborenen Kind nicht zu schaden.
Häufig werden pflanzliche Präparate verschrieben. Besonders Ingwer ist beliebt, um diese Symptome zu kurieren. Aber auch Phytotherapien, also Therapien mit pflanzlichen Präparaten, können Nebenwirkungen hervorrufen. Zudem ist die Wirkung von Ingwer gegen Schwangerschaftsübelkeit nach wie vor nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
Der Wissensstand von Schwangeren und ÄrztInnen über die aktuelle Forschung ist dabei recht unterschiedlich. Daher haben Ramzi Shawahna und Assim Taha von der An-Najah Universität in Palästina eine Studie ins Leben gerufen, die zum Konsens von Schwangeren, GynäkologInnen und anderen ÄrztInnen, die Schwangere betreuen, beitragen soll.

2. Vorgehensweise

Acht GynäkologInnen und acht schwangere Frauen, die von der Wirkung von Ingwer gegen Schwangerschaftsübelkeit überzeugt sind wurden befragt. Die ÄrztInnen sollten mögliche Nebenwirkungen von Ingwer auflisten; die Frauen all jene Nebenwirkungen, über die sie unbedingt informiert sein möchten.
So wurde ein Fragebogen erstellt, der 50 ÄrztInnen sowie 50 Schwangeren in zwei Fragerunden vorgelegt wurde: Aussagen über mögliche Nebenwirkungen und über mögliche positive Auswirkungen der Einnahme von Ingwer in der Schwangerschaft waren das Herzstück der Studie. Sowohl ÄrztInnen als auch Schwangere gaben an, inwieweit sie den Aussagen zustimmten.
In der zweiten Runde sahen ÄrztInnen und Schwangere ihre eigenen Antworten sowie die Ergebnisse der ersten Runde. Danach sollten sie noch einmal über ihre Antworten nachdenken und neue Antworten geben.

3. Ergebnisse

An der ersten Runde haben alle Schwangeren und alle ÄrztInnen teilgenommen – an der zweiten Runde nur 86 Prozent der ÄrztInnen und 90 Prozent der Schwangeren. Allen Schwangeren wurde Ingwer gegen das Übelkeitsgefühl empfohlen: 70 Prozent sehr oft und 30 Prozent manchmal; drei Viertel der Frauen wünschen eine solche Aufklärung in jedem Fall; ein Viertel manchmal – dem gegenüber stehen zwei Drittel der ÄrztInnen, die auch häufig die Risiken der Phytotherapie mit Ingwer ansprechen – rund ein Drittel spricht diese manchmal an.

Nach der ersten Runde haben ÄrztInnen und Patientinnen einen Konsens über drei Viertel der Nebenwirkungen erreicht – bei den positiven Auswirkungen sogar mehr als 90 Prozent.

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4. Fazit

Wichtige Vor- und Nachteile von Behandlungsmethoden zu diskutieren ist für das Wohl der Mütter und ihrer Kinder entscheidend. Das Ziel der Studie, einen Konsens zwischen Patientinnen und ÄrztInnen zu finden, wurde weitestgehend erreicht: Einem großen Teil der Aussagen – sowohl hinsichtlich der Vor- als auch der möglichen Nachteile – stimmten sowohl ÄrztInnen als auch Patientinnen zu.
Die Autoren regen dennoch an, weitere Tests durchzuführen, um herauszufinden, welche Themen in PatientInnengesprächen wichtige Rollen spielen. Eine Liste basierend auf der Liste der Übereinstimmungen, die sich in der Studie gefunden haben, könnte künftig im Alltag der MedizinerInnen hilfreich bei der PatientInnenaufklärung sein.

Quellen

1: Badell ML, Ramin SM, Smith JA. Treatment options for nausea and vomiting
during pregnancy. Pharmacotherapy. 2006;26:1273–87.
2: Viljoen E, Visser J, Koen N, Musekiwa A. A systematic review and meta-analysis
of the effect and safety of ginger in the treatment of pregnancy-associated
nausea and vomiting. Nutr J. 2014;13:20
3: Ebrahimi N, Maltepe C, Einarson A. Optimal management of nausea and
vomiting of pregnancy. Int J Womens Health. 2010;2:241–8
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