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Von der Wirkung der Ingwer-Wurzel könnten bald auch Diabetiker profitieren, wie eine Gruppe iranischer Forscher von der Universität in Teheran nun festgestellt hat. Bei ihrer Studie zeigte sich, dass der regelmäßige Genuss von Ingwer bei Menschen mit Typ-2-Diabetes einen positiven Einfluss auf auf den Nüchternblutzucker, die Blutfettwerte und Hämoglobin A1c haben kann.

Ingwer ist eins der beliebtesten Gewürze der Welt – auch im Iran. Seit mehr als 2.500 Jahren wird Ingwer in der traditionellen Medizin angewandt, um zum Beispiel rheumatische Erkrankungen, Arthritis, Asthma, Erkrankungen des Nervensystems und Diabetes zu behandeln.

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In ihrer wissenschaftlichen Studie wollten die Forscher nun genauer messen, inwiefern Ingwer für die Behandlung von Menschen mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden kann und welche Wirkungen die regelmäßige Einnahme von Ingwer auf die Blutwerte hat.

Blutwertmessung über 10 Wochen

Dazu hatte sich die Studie zum Ziel gesetzt, den Effekt von Ingwer insbesondere auf die Blutfettwerte und den Glukosespiegel von Patienten mit Typ-2-Diabetes über einen bestimmten Zeitraum zu untersuchen.
Deshalb wurden nach dem Zufallsprinzip insgesamt 50 weibliche und männliche Testpersonen unterschiedlichen Alters und Body-Mass-Index mit Typ-2-Diabetes ausgewählt und anschließend für die Testphase in zwei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe nahm über 10 Wochen lang täglich Ingwerkapseln mit einem Ingwer-Gehalt von insgesamt 2000 mg ein, die andere Gruppe unwissentlich ein Placebo.
Während des Studien-Zeitraums wurden täglich mehrere Werte gemessen. Neben Blutdruck, Gewicht und BMI gehörten vor allem der Nüchternblutzuckerwert, der Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c), die Triglyceridwerte, den LDL-Cholesterinspiegel und den HDL-Cholesterinspiegel zu den gemessenen Werten.
Bei den letzteren beiden Werten ermittelt man einen Quotienten: Je höher der HDL-Wert (Anteil des „guten“ Cholesterins im Blut) im Verhältnis zum LDL-Wert (Anteil des „schlechten“ Cholesterins im Blut) ist, desto niedriger ist der LDL/HDL-Quotient und das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken.
Die Triglyceridwerte wiederum sind wichtig für die Kontrolle des Fettstoffwechsels. Erhöhte Werte können zum Beispiel auf eine Fettstoffwechselstörung oder Übergewicht hinweisen und haben ein erhöhtes Thrombose- und Ateriosklerose-Risiko zur Folge.

Mit Ingwer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken

Die Studie ergab, dass die regelmäßige Einnahme von Ingwer zu einer signifikanten Senkung des Nüchternblutzucker- und Langzeit-Blutzuckerwertes bei Diabetikern mit Typ-2-Diabetes führen kann.
Die Studie zeigt weiterhin, dass Ingwer potentiell auch als Mittel bei Diabetes-Erkrankungen eingesetzt werden könnte. Doch merken die Forscher an, dass die Studienzeit von 10 Wochen für eine endgültige Beurteilung noch relativ kurz bemessen ist.
In Langzeitstudien könnten sich diese Effekte genauer analysieren lassen und somit könnten Forscher daraus noch genauere Schlüsse ziehen, welche Dosierung am ehesten zu den gewünschten Ergebnissen führt.

Regelmäßige Einnahmen von Ingwer kann den LDL/HDL-Quotienten senken

Ein weiteres Ergebnis dieser Studie ist, dass die Testpersonen durch die Einnahme von 2.000 mg Ingwer pro Tag ihren LDL/HDL-Quotienten absenken konnten. Dies zeigt, dass Ingwer auch das Potential hat, das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfall, Arteriosklerose und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Doch auch hier gilt, dass diese Effekte noch weiterer Forschung bedürfen, um genauer bemessen werden zu können.

Ergebnis der Studie

An der Tatsache, dass die Einnahme von nur 2.000 mg Ingwer pro Tag schon einen Einfluss auf Blutzucker- und Blutfettwerte hat, zeigt sich, wie stark der Einfluss bestimmter Nahrungsmittel sein kann und dass dies bei der Behandlung von Diabetes ebenfalls eine große Rolle spielt.
Zwar ist es noch zu früh, sagen zu können, dass sich Ingwer als Alternative zu synthetischen Medikamenten anbietet. Doch eine ergänzende Therapie durch Ingwerpräparate kann nach Ansicht der Forscher durchaus eine gute Sache sein.

Die komplette Übersicht der Studie gibt es hier: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5750786/

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